Tandemgliding Montafon
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mike

Verfasst von: admin am Mittwoch, 05. Mai 2004, 11:08 Uhr Druckerfreundliche Ansicht  Diesen Beitrag weiterempfehlen
mikekung
Freitag, 30. April 2004, 05:45 h, Hart am Chiemsee. Der Rekordballon startet in den Sonnaufgang hinein. An Bord Charles Kunow von Jonathan-Ballooning und der Kameramann Danny „das Auge“ Strasser. Unter dem Korb hängen Mad Mike Küng und sein speziell gepackter Gleitschirm.
Die Bedingungen sind perfekt. Kein Bodenwind, fast kein Wind in der Höhe, leichte Cirrusbewölkung. In der kalten Morgenluft steigt der Ballon mit rasanten 5 Metern pro Sekunde dem Ziel entgegen. 9.300 Meter sind zu knacken, um den eigenen Weltrekord zu überbieten. Das selbe Team, der selbe Ballon. Aber bessere Brenner und eine bessere Sauerstoffanlage, als im August 2001, so hofft das Team.
In einer Höhe von etwa 8.000 Meter fängt der Ballon an regelrecht zu dampfen.
Anstatt eines Kondensstreifens wie beim Düsenjet, entsteht hier eine Kondenswolke, da der Ballon fast stationär in die Höhe klettert. Die Wolke, größer als der Ballon selbst, löst sich ab, steigt auf, um kurze Zeit später wieder in sich selbst zusammenzufallen.
In dieser Höhe begannen vor 2,5 Jahren die ersten Probleme. Der Brenner fiel aus, der Ballon sank zeitweise wieder. Diesmal nicht. Mit unverminderter Geschwindigkeit geht es der Stratosphäre entgegen.
8.000 Meter, das ist auch die Höhe, in der am Tag zuvor der Rekordversuch von der Flugsicherung gestoppt wurde. Trotz vorliegender schriftlicher Genehmigung, wurde der Ballonfahrer vom Tower zur sofortigen Umkehr gezwungen. Bei diesem neuen Versuch hat das Unternehmen die volle Unterstützung des Münchner Flughafens.
Die Kälte nimmt unerbittlich zu. Mike Küng ist mit einer mehrere Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt. Die Finger und das Gesicht beginnen zu schmerzen. Oben im Ballon ist es durch die Flamme etwas wärmer. Aber auch dort sind der Pilot, der Kameramann und das Equipment von einer Reifschicht überzogen.
Wenige hundert Meter über dem Ballon fliegt ein Linienflugzeug Richtung München. Ein faszinierender Anblick.
Nach nur 35 Minuten sind die Drei in einer Höhe von 10.300 Metern. Es herrschen Minus 65 ° Celsius, der Luftdruck beträgt nur noch ein Viertel des Bodendrucks. Jeder Atemzug mit der Sauerstoffmaske fällt schwer. Für Danny Strasser ist das Atmen plötzlich fast unmöglich. Der Schlauch zu seiner Maske hat ein riesiges Leck, wie später am Boden festgestellt wird. Der vereiste Plastikschlauch ist wahrscheinlich gebrochen. Danny wird schwarz vor Augen, er sinkt auf dem Ballonboden zusammen.
Der Ballonfahrer versucht den Kammeramann wieder aufzuwecken. Ohne Erfolg. Jetzt muß alles ganz schnell gehen. Charles geht mit dem Ballon in den Sinkflug über, lehnt sich über den Korbrand, informiert Mike mit wenigen Stichworten und fordert ihn zum Abspringen auf.
In 10.100 Meter Höhe löst Mike die Trennvorrichtung aus, fällt Richtung Erde. Der
Gleitschirm öffnet schlagartig. In der dünnen Luft fliegt der Paragleiter mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, ist extrem anfällig für Störungen. Mike umkreist den Ballon, bleibt immer in der Nähe. Helfen kann er den beiden im Korb nicht. Ein schreckliches Gefühl.
In einer Höhe von etwa 7.000 Metern erlangt der Kameramann das Bewusstsein wieder. Es geht ihm gut. Gott sei Dank!
25 Minuten nach MadMikes Absprung landet der Ballon in einer Wiese, nur 30 Kilometer vom Startort entfernt. Eine Minute später hat auch Mike wieder festen Boden unter den Füßen.
Mike ist überglücklich. Der Weltrekordversuch ist geglückt. ;Das war ganz hart am Limit! Wir haben das Letzte herausgeholt. Ich bin dankbar, das wir alle wieder gesund zurück auf der Erde sind!“
Und dann gibt es noch eine stilvolle Champagnerdusche
Tolle Leistung und Gratulation aus dem Montafon!

Kucky
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